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junge grüne bern verurteilen erneute politische Repression der Polizei
Am vergangenen Samstag fand die Repressionswelle der Kantonspolizei Bern gegen politisch Andersdenkende ihre Fortsetzung.
Gegen 18.30 Uhr versammelten sich ungefähr 50 Personen zu einer spontanen Kundgebung bei der spanischen Botschaft, um gegen die gewaltsame Räumung des Kulturzentrums Kukutza in Bilbao durch die spanische Polizei zu demonstrieren und ihre Solidarität mit den Betroffenen kundzutun. Auf der Brunnadernstrasse vor der Botschaft wurden die friedlichen Demonstrierenden von PolizistInnen mit Gummischrotgewehren eingekesselt. In einem Gespräch mit dem Einsatzleiter einigten sich die Demonstrierenden mit der Polizei darauf, dass sie ein Transparent zur Botschaft tragen und sich anschliessend zurückziehen würden. Der Einsatzleiter sicherte im Gegenzug zu, dass die Polizei nicht eingreifen würde.
In der Folge verliessen die Demonstrierenden den Ort, wobei viele von ihnen gemeinsam in einem Tram der Linie 7 in Richtung Bahnhof fuhren. Beim Helvetiaplatz wurde dieses Tram von der Polizei angehalten und umzingelt. Die PolizistInnen forderten die erschrockenen Passagiere auf, das Tram zu verlassen, hinderten jedoch Personen daran, die sie für DemonstrationsteilnehmerInnen hielten. Schliesslich stiegen rund zehn mit Gummischrotgewehren und Schildern bewaffnete PolizistInnen ins Tram und fuhren damit in die Wallstrasse neben dem Hirschengraben. Die Wallstrasse wurde von dutzenden bewaffneten PolizistInnen in Vollmontur abgeriegelt. Die Menschen, die sich noch im Tram befanden, wurden einzeln aus dem Tram geführt – einige davon mit Gewalt – und einer Personenkontrolle unterzogen, wobei viele an den Händen gefesselt wurden. Mehrere Personen wurden verhaftet und in Kastenwagen weggeführt.
Das Verhalten der Kantonspolizei Bern war einmal mehr völlig unverhältnismässig und verletzte rechtliche Normen. Die Polizei brach die Abmachung mit den Demonstrierenden, wonach sie sie friedlich abziehen lassen sollte. Die Auswahl der Personen, die festgehalten wurden, war willkürlich, da sich nach dem Ende der Kundgebung nicht mehr bestimmen liess, wer daran teilgenommen hatte. Zudem weigerten sich die PolizistInnen vor Ort, den Festgehaltenen ihre Namen oder Dienstnummern zu nennen, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Der Einsatzleiter als verantwortliche Person weigerte sich, mit den Festgehaltenen und anderen Anwesenden zu sprechen.
Die jungen grünen bern haben in den letzten Wochen und Monaten wiederholt ihrer Besorgnis darüber Ausdruck verliehen, dass die Kantonspolizei Bern mit verfassungs- und gesetzeswidrigen Mitteln politisch Andersdenkende drangsaliert. Seit Mai 2011 gab es gehäuft Repression gegen politische AktivistInnen, die sich oft jenseits des gesetzlichen Rahmens bewegte:
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1. Mai: unverhältnismässiger Einsatz von Gummischrot an einer Demonstration vor dem Bollwerk, wobei mindestens ein unbeteiligtes Kind von einem Geschoss in die Brust getroffen wurde.
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4. Juni: unverhältnismässiger Einsatz von Gummischrot gegen Jugendliche anlässlich einer Anti-Repressions-Kundgebung in der Junkerngasse. Die Geschosse wurden teilweise aus knapp drei Metern Distanz und auf Kopfhöhe abgeschossen. Über 180 Menschen wurden verhaftet, nachdem die Polizei sie eingekesselt und mit Gummischrot, Tränengas und Schlagstöcken traktiert hatte.
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21. Juni: Räumung des Anti-AKW-Camps auf dem Viktoriaplatz trotz laufenden Verhandlungen zwischen den Protestierenden und Stadtpräsident Tschäppät. Mehrere der Verhafteten mussten sich auf dem Polizeiposten nackt ausziehen.
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11. August: willkürliche Verhaftung von zwei Unterschriftensammlern der GSoA am Buskers Festival. Die beiden mussten sich auf dem Polizeiposten nackt ausziehen. Gleichzeitig wurden die jungen grünen von der Polizei daran gehindert, am Festival Unterschriften zu sammeln.
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4. September: Räumung einer friedlichen Blockade vor dem AKW Mühleberg und Verhaftung von 26 Personen. Die Festgenommenen wurden gefesselt und stundenlang auf dem Polizeiposten festgehalten. Sie erhielten eine Fernhalteverfügung für einen Perimeter von 12 km2 rund um die Gemeinde Mühleberg bis Ende September.
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10. September: willkürliche Verhaftung von mindestens 55 Personen und zahlreiche polizeiliche Wegweisungen am Rande des SVP-Festes in der Berner Innenstadt. Ein junger grüner Parlamentarier wurde ausdrücklich wegen Mitführens von politischem Material verhaftet, zwei StadträtInnen der Jungen Alternative wurden mit der Begründung weggewiesen, sie seien „nicht SVP-Mitglied“.
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22. September: gewalttätige Übergriffe von Polizisten und Verhaftung eines Mitarbeiters der Reitschule bei einer von der Polizei provozierten Auseinandersetzung. Anschliessend log die Kantonspolizei in ihrer Medienmitteilung, um die Übergriffe zu vertuschen.
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1. Oktober: willkürliche Festhaltung von rund 50 Personen und mehrere Verhaftungen nach dem Ende einer friedlichen Spontankundgebung bei der spanischen Botschaft.
Die jüngste willkürliche Festhaltung von über 50 Personen und die „Entführung“ eines Trams voller Menschen, die sich auf dem Rückweg von einer friedlichen Spontankundgebung befanden, ist also nur ein Fall von vielen, in denen die Kantonspolizei Bern sich in eindeutig politischer Repression geübt hat.
Wir fordern die rot-grün dominierten Regierungen des Kantons Bern und der Stadt Bern auf, die politische Repression gegen linke AktivistInnen durch die Kantonspolizei unverzüglich zu stoppen. Zudem muss gegen die Verantwortlichen der verschiedenen Übergriffe eine Untersuchung eingeleitet werden. Sollten die Regierungen das antidemokratische Verhalten der Kantonspolizei weiter tolerieren, werden die jungen grünen bern entsprechende politische Konsequenzen diskutieren.
Bern, 3. Oktober 2011