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Die Schüler-Demo war alles andere als kontraproduktiv

Ich erlaube mir Guido Müller, Fraktionschef SVP, zu zitieren: „Diese Demo ist kontraproduktiv, ich werde sicher nicht anders abstimmen.“ (NLZ vom 11.12.12, S. 23) Ja, Herr Müller, ich hätte auch Angst, wenn meine politischen Gegner plötzlich nicht mehr nur als Prozentzahl bei Wahl- und Abstimmungsresultaten, sondern leiblich und wahrhaftig zu sehen sind. Und sogar noch diejenigen, die als apolitisch gelten: die Jugendlichen. Ich hätte auch Angst, wenn mir bewusst würde, dass die Zukunft links aussieht und sich wehrt!

Die Demo vom vergangenen Montag war alles andere als kontraproduktiv: Sie zeigte all jenen, die es immer noch nicht sehen wollten, dass längst nicht alle einverstanden sind mit der bürgerlichen Politik und ihrem – de facto gescheiterten - Steuerexperiment (siehe Tagesanzeiger vom 10.12.12). Sie motivierte junge Menschen nachzudenken und sich für ihre Anliegen einzusetzen. Denn sie, die am Montag auf der Strasse waren, betrifft das Sparpaket am meisten. Und nicht Sie, Herr Müller, oder Ihre Ratskollegen, die schon lange keine Schule mehr besuchen.

Auf die Frage von Yvonne Ruckli (Leserbrief in der NLZ vom 11.12.12, S. 30), warum der Staat einen Velodienst betreiben soll und sich in die Quartierarbeit einmischt, habe ich nur eine Gegenfrage: warum salzt der Staat bei Schneefall die Strassen? Vielleicht um den Kanton Luzern attraktiver zu machen? Sollte die Quartierarbeit abgeschafft werden, die notta bene in den letzten zehn Jahren mit viel Aufwand aufgebaut wurde, weiss ich, von wem wir wieder am lautesten zu hören bekommen werden, dass „die Jugendlichen“ wieder nur Unfug treiben.

Es ist bitter nötig, dass die Rechte ihr Steuerexperiment endlich als gescheitert akzeptiert. Wir dürfen nicht das abschaffen, was unserem Land, unserem Kanton den Fortschritt sichert: Bildung.

Irina Studhalter

Politikwissenschaft BA, Campaignerin

Wenn nicht jetzt, wann dann?

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